Die offizielle Seite der DBBW, der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf
DBBW, die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf
Zu unseren Aufgaben gehört es, die Behörden von Bund und Ländern bei Fragen zu wildlebenden Wölfen zu beraten und die in den Bundesländern erhobenen Daten zum Wolfsvorkommen bundesweit zusammenzufassen und in aufbereiteter Form der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die DBBW stellt die hier dargestellten Informationen im Auftrag des Bundesamts für Naturschutz mit Mitteln des BMUV zusammen. Auf den folgenden Seiten finden Sie aktuelle Ergebnisse aus dem Monitoring des deutschen Wolfsvorkommens sowie Informationen aus dem Management von Wölfen in Deutschland - wie die nationale Statistik zu Übergriffen auf Nutztiere, sowie allgemeine Hintergrundinformationen zur Tierart Wolf.
Aktuelles
Bericht zu Prävention und Nutztierschäden 2025 veröffentlicht
Zu den durch Wölfe verursachten Schäden sowie für die Kosten von Prävention und Ausgleich sind nun aktuelle Daten und Informationen online verfügbar. Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) stellt diese Daten und Informationen der Bundesländer im Auftrag des BfN jährlich zusammen.
Die Anzahl der Wolfsübergriffe auf Nutztiere sank 2025 gegenüber dem Vorjahr deutschlandweit um 11 % und die Anzahl der geschädigten Nutztiere um 13 %. Damit lag das Schadensniveau 2025 unter dem vom Jahr 2022. Im Jahr 2025 betrug die Höhe der Fördermittel der Bundesländer für Herdenschutzmaßnahmen 17.156.799 Euro. Die Höhe der Schadensausgleichzahlungen betrug 747.249 Euro bei insgesamt 990 Übergriffen.
Detaillierte Informationen zur Finanzierung von Herdenschutzmaßnahmen, Fördermöglichkeiten sowie zu Ausgleichszahlungen für durch Wölfe verursachte Nutztierschäden sind ebenfalls Bestandteil des Berichts der DBBW.
In den verschiedenen Medien kursiert aktuell ein Bericht über einen angeblichen Angriff eines Wolfs auf ein zweijähriges Kind am 18. Juli 2026 in der Toskana/ Italien, der nur dadurch verhindert worden sein soll, dass sich der Familienhund dem Wolf in den Weg stellte und dabei getötet wurde.
Eine Nachfrage bei den italienischen Zoologen und Wolfsforschern Dr. Valeria Salvatori vom EU-geförderten LIFE Wild Wolf-Projekt, in dem Fälle von potenziell auffälligem Wolfsverhalten nachrecherchiert werden, und Prof. Luigi Boitani von der Universität Rom, Vorsitzender der europäischen Expertengruppe für Großkarnivoren der IUCN ergab, dass diese Darstellung falsch ist. Richtig ist, dass ein Wolf einen Hund am Rand eines nicht eingezäunten Waldgrundstücks angegriffen und getötet hat. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich das Kind und die Mutter innerhalb des Hauses und hätten den Vorfall durch das Fenster beobachtet.
Erstmals haben sich Goldschakale in Schleswig-Holstein angesiedelt. Ein territoriales Goldschakalpaar konnte im Kreis Plön nachgewiesen werden. Es konnten zwei Goldschakale anhand ihres charakteristischen Heulens identifiziert werden: Das Heulen dieser Art ist unverwechselbar, so dass es als verlässlicher Nachweis (C1) bewertet werden kann. Insgesamt neun Ton-Aufnahmen der beiden Tiere wurden innerhalb von etwa zwei Wochen dokumentiert.
07.08.2025 - Mutmaßlicher Wolf greift Kind in den Niederlanden an
Am 30. Juli 2025 kam es in der Provinz Utrecht / Niederlande zu einem Angriff eines mutmaßlichen Wolfs auf ein sechsjähriges Kind, bei dem das Kind verletzt wurde. Schlimmeres konnte durch das beherzte Eingreifen anwesender Erwachsener verhindert werden. Die genetischen Untersuchungen des Falls laufen noch, jedoch halten internationale Wolfsexperten es für sehr wahrscheinlich, dass es sich bei dem Tier um den Wolf mit der genetischen Kennung GW3237m handelt. Dieser Wolf ist der Rüde des Rudels Utrecht und in den letzten 1,5 Jahren wiederholt durch sein distanzloses Verhalten Menschen gegenüber aufgefallen. Bereits Anfang 2024 gab es zahlreiche Sichtungen des Wolfs, der sich sehr für Hunde interessierte, dabei anwesende Menschen ignorierte und diesen teilweise sehr nahe (<5m) kam. Im Sommer 2024 kam es im Gebiet des Rudels Utrecht zu zwei Vorfällen, bei denen ein Wolf ein Kind umstieß. In beiden Fällen wurde genetisch bestätigt, dass es sich um einen Wolf gehandelt hat; in einem der Fälle wurde GW3237m identifiziert, in dem anderen Fall war die genetische Individualisierung nicht erfolgreich. Bereits damals empfahlen internationale Expert*innen den Abschuss des Wolfs. Im Mai 2025 wurde im gleichen Gebiet eine Frau von einem Wolf ins Bein gebissen. Die genetische Analyse ergab erneut GW3237m. Die Provinz Utrecht erteilte daraufhin eine Abschussgenehmigung für diesen Wolf, die seit dem 23.07.2025 rechtskräftig ist. Eine Woche später kam es zum Übergriff auf das Kind.
Wichtig bei der Einordung dieses Vorfalls ist, dass das Verhalten nicht plötzlich und unerwartet kam, sondern am Ende einer eskalierenden Sequenz von Einzelvorfällen steht, die sich über einen Zeitraum von über einem Jahr ereigneten. Die Large Carnivore Initiative for Europe (LCIE) hat bereits 2022 und 2024 an die niederländischen Behörden appelliert konsequenter auf Fälle von auffälligem Wolfsverhalten zu reagieren.
In Deutschland gibt das Konzept zum Umgang mit auffälligen Wölfen klare Handlungsempfehlungen für ein frühzeitiges Eingreifen, wodurch solche Fälle wie in den Niederlanden verhindert werden sollen.
Die offiziellen Statements der Provinz Utrecht zu den Vorfällen finden Sie hier.