Wolfwelpen trinken aus Weiher

„DBBW“

Dokumentation und Beratungsstelle des Bundes
zum Thema Wolf

5 Welpen und 2-Jährige

Territorien

Eine Übersicht über die bestätigten Wolfsterritorien in Deutschland seit dem Jahr 2000.

Kartenübersicht über Wolfsterritorien in Deutschland

Monitoring

Wolfsterritorien in Deutschland - Entwicklung
seit dem Jahr 2000.

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  • Die offizielle Seite der DBBW, der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf

DBBW, die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf

Zu unseren Aufgaben gehört es, die Behörden von Bund und Ländern bei Fragen zu wildlebenden Wölfen zu beraten und die in den Bundesländern erhobenen Daten zum Wolfsvorkommen bundesweit zusammenzufassen und in aufbereiteter Form der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die DBBW stellt die hier dargestellten Informationen im Auftrag des Bundesamts für Naturschutz mit Mitteln des BMUV zusammen. Auf den folgenden Seiten finden Sie aktuelle Ergebnisse aus dem Monitoring des deutschen Wolfsvorkommens sowie Informationen aus dem Management von Wölfen in Deutschland - wie die nationale Statistik zu Übergriffen auf Nutztiere, sowie allgemeine Hintergrundinformationen zur Tierart Wolf.

Aktuelles

Fakten zum Angriff eines Wolfs auf einen Hund in der Toskana

In den verschiedenen Medien kursiert aktuell ein Bericht über einen angeblichen Angriff eines Wolfs auf ein zweijähriges Kind am 18. Juli 2026 in der Toskana/ Italien, der nur dadurch verhindert worden sein soll, dass sich der Familienhund dem Wolf in den Weg stellte und dabei getötet wurde.


Eine Nachfrage bei den italienischen Zoologen und Wolfsforschern Dr. Valeria Salvatori vom EU-geförderten LIFE Wild Wolf-Projekt, in dem Fälle von potenziell auffälligem Wolfsverhalten nachrecherchiert werden, und Prof. Luigi Boitani von der Universität Rom, Vorsitzender der europäischen Expertengruppe für Großkarnivoren der IUCN ergab, dass diese Darstellung falsch ist. Richtig ist, dass ein Wolf einen Hund am Rand eines nicht eingezäunten Waldgrundstücks angegriffen und getötet hat. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich das Kind und die Mutter innerhalb des Hauses und hätten den Vorfall durch das Fenster beobachtet.



Inzwischen gibt es auch eine offizielle Mitteilung der Region Toskana zu dem Vorfall. Darin heißt es:



Nach ersten Ermittlungen der Beamten der Forst-Carabinieri-Einheit von Camaiore am Sonntag, dem 19. Juli, fand am Dienstag, dem 21. Juli, eine weitere gemeinsame Ortsbesichtigung zusammen mit der Task Force „Wolf“ vom Fischerei- und Wildtiermanagement der Region Toskana statt.

Nach Angaben, die vor Ort eingeholt wurden, befand sich der Besitzer des Hundes draußen am Haus in einem Wirtschaftsbereich, während sich seine Frau, sein zweijähriger Sohn und sein Schwiegervater im Haus aufhielten. Das Haus liegt in ländlicher Umgebung, grenzt an ein Waldgebiet und ist nicht eingezäunt.


Als der Mann das Jaulen seines Hundes hörte – der sich frei in unmittelbarer Nähe des Grundstücks bewegte –, sah er, wie dieser auf den Waldrand zulief, wo sich etwa 20 Meter vom Hund entfernt ein Wildtier befand. Trotz des sofortigen Versuchs des Mannes, das Tier zu verscheuchen, griff der Wolf den Hund an und zerrte ihn in die dichte Vegetation. Die Überreste des Hundes wurden am nächsten Morgen aufgefunden.



Die Task Force stellt klar, dass die Behauptung, der Wolf habe es auf das Kind oder andere anwesende Personen abgesehen, völlig unbegründet ist. Die Personen befanden sich im Gebäude und außerhalb des Sichtfelds des Tieres; daher kann ein Interesse des Wolfs an den Menschen ausgeschlossen werden.



Hintergrundinformationen

Auseinandersetzungen zwischen Hunden und Wölfen kommen vor allem in Ländern, in denen es viele streunende Hunde gibt – dazu gehört Italien – immer wieder vor. Wölfe können in Hunden Artgenossen sehen und sich ihnen gegenüber entsprechend verhalten. So kann es vorkommen, dass ein Wolf sich mit einem Hund verpaart, woraus Hybridnachkommen entstehen (siehe https://www.dbb-wolf.de/Wolfsmanagement/umgang-mit-hybriden). Wölfe können Hunde auch als Konkurrenten sehen. Wölfe dulden zumeist keine fremden Artgenossen in ihrem Territorium. In solchen Fällen kann es zu aggressiven Auseinandersetzungen kommen, die auch bei Wölfen untereinander bis zum Tod führen können. Schließlich kommt es auch immer wieder vor, dass Wölfe lernen, frei laufende Hunde als einfache Beute anzusehen (z.B. Martins et al. 2020; Nowak et al. 2011).



Der beste Schutz für den Hund ist die Nähe des Menschen. Dies gilt allerdings nur, wenn der Mensch auch als solcher für den Wolf erkennbar ist, sich also nicht im Haus oder Auto befindet. Im Wolfsgebiet sollten Hunde daher immer angeleint oder zumindest nahe beim Menschen geführt werden. Auf keinen Fall sollten sie alleine durch den Wald stromern, wo sie z.B. Wölfe an ihrem Tageseinstand aufstöbern oder sogar in die Nähe der Welpen kommen könnten. Die meisten Grundstücke in Deutschland sind eingezäunt. Vor allem bei abseits gelegenen Grundstücken, am Ortsrand und in Streusiedlungen ist eine Umzäunung wichtig, wenn man frei laufende Tiere hält. In Deutschland gab es bislang nur wenige Fälle von durch Wölfe getötete Hunde.



Quellen:
Luigi Boitani, Vorsitzender der Large Carnivore Initiative for Europe (www.lcie.org), pers. Mitteilung.

Martins, I., Krofel, M., Mota, P.G. und F. Alvares (2020): Consumption of Carnivores by Wolves: A Worldwide Analysis of Patterns and Drivers. Diversity 12, 470; doi:10.3390/d12120470

Nowak, S., Mysłajek, R.W., Kłosinska, A., und G. Gabry´s (2011): Diet and prey selection of wolves (Canis lupus) recolonising Western and Central Poland. Mammal. Biol. doi:10.1016/j.mambio.2011.06.007

Toskana Regionalrat – Informationsagentur 23. Juli, 18:35 Uhr. https://www.toscana-notizie.it/-/cane-predato-da-lupo-ad-orbicciano-camaiore.-interviene-la-task-force-lupo

Valeria Salvatori, LIFE Wild Wolf (https://www.lifewildwolf.com), pers. Mitteilung.

Erstes Goldschakal-Territorium in Schleswig-Holstein

Erstmals haben sich Goldschakale in Schleswig-Holstein angesiedelt. Ein territoriales Goldschakalpaar konnte im Kreis Plön nachgewiesen werden. Es konnten zwei Goldschakale anhand ihres charakteristischen Heulens identifiziert werden: Das Heulen dieser Art ist unverwechselbar, so dass es als verlässlicher Nachweis (C1) bewertet werden kann. Insgesamt neun Ton-Aufnahmen der beiden Tiere wurden innerhalb von etwa zwei Wochen dokumentiert.

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Nach Vorfall in Hamburg: Wolf ausgewildert und unter intensiver Beobachtung

Der Wolf, der in den vergangenen Tagen mehrfach in Hamburg gesichtet wurde und eine Frau verletzte, wurde in die Freiheit ausgewildert. Am Abend des Ostersonntags wurde das Tier mit einem Sender ausgestattet und erfolgreich ausgesetzt. Im Rahmen des LIFE Wild Wolf-Projektes wird der Wolf nun länderübergreifend konsequent überwacht. Sein Standort wird stehts nachvollzogen und Jäger können jederzeit kurzfristig eingreifen. Im Sinne des Tierschutzes macht die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) zum Standort des Tieres keine Angaben.

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Aktuelle Statements

07.08.2025 - Mutmaßlicher Wolf greift Kind in den Niederlanden an

Am 30. Juli 2025 kam es in der Provinz Utrecht / Niederlande zu einem Angriff eines mutmaßlichen Wolfs auf ein sechsjähriges Kind, bei dem das Kind verletzt wurde. Schlimmeres konnte durch das beherzte Eingreifen anwesender Erwachsener verhindert werden. Die genetischen Untersuchungen des Falls laufen noch, jedoch halten internationale Wolfsexperten es für sehr wahrscheinlich, dass es sich bei dem Tier um den Wolf mit der genetischen Kennung GW3237m handelt. Dieser Wolf ist der Rüde des Rudels Utrecht und in den letzten 1,5 Jahren wiederholt durch sein distanzloses Verhalten Menschen gegenüber aufgefallen. Bereits Anfang 2024 gab es zahlreiche Sichtungen des Wolfs, der sich sehr für Hunde interessierte, dabei anwesende Menschen ignorierte und diesen teilweise sehr nahe (<5m) kam. Im Sommer 2024 kam es im Gebiet des Rudels Utrecht zu zwei Vorfällen, bei denen ein Wolf ein Kind umstieß. In beiden Fällen wurde genetisch bestätigt, dass es sich um einen Wolf gehandelt hat; in einem der Fälle wurde GW3237m identifiziert, in dem anderen Fall war die genetische Individualisierung nicht erfolgreich. Bereits damals empfahlen internationale Expert*innen den Abschuss des Wolfs. Im Mai 2025 wurde im gleichen Gebiet eine Frau von einem Wolf ins Bein gebissen. Die genetische Analyse ergab erneut GW3237m. Die Provinz Utrecht erteilte daraufhin eine Abschussgenehmigung für diesen Wolf, die seit dem 23.07.2025 rechtskräftig ist. Eine Woche später kam es zum Übergriff auf das Kind.

Wichtig bei der Einordung dieses Vorfalls ist, dass das Verhalten nicht plötzlich und unerwartet kam, sondern am Ende einer eskalierenden Sequenz von Einzelvorfällen steht, die sich über einen Zeitraum von über einem Jahr ereigneten. Die Large Carnivore Initiative for Europe (LCIE) hat bereits 2022 und 2024 an die niederländischen Behörden appelliert konsequenter auf Fälle von auffälligem Wolfsverhalten zu reagieren.

In Deutschland gibt das Konzept zum Umgang mit auffälligen Wölfen klare Handlungsempfehlungen für ein frühzeitiges Eingreifen, wodurch solche Fälle wie in den Niederlanden verhindert werden sollen.

Die offiziellen Statements der Provinz Utrecht zu den Vorfällen finden Sie hier.