FAQ (häufig gestellte Fragen)

Nachfolgend werden häufige Fragen zum Thema Wolf und ihre Antworten aufgeführt. Die Fragen sind in Themenblöcke unterteilt. Durch Anklicken der Fragen können Sie die Antworten einsehen.

Weitere FAQs zum Wolf sind auf den Webseiten des Bundesministeriums, des BfN und der europäischen Union aufgeführt.

Biologie des Wolfes

Was ist ein Wolfsrudel?

Ein Wolfsrudel ist eine Wolfsfamilie. Sie besteht in der Regel aus den Eltern, den Welpen und den Nachkommen aus dem Vorjahr (Jährlingen). Manchmal leben aber auch ältere Nachkommen oder Großeltern mit im Rudel. Unter bestimmten Bedingungen können auch zwei Fähen (z.B. Mutter und Tochter) Welpen bekommen und /oder zwei Rüden die Väter der Welpen sein.

Die Größe eines Rudels liegt meist zwischen 5 und 10 Tieren, sie ändert sich allerdings im Jahresverlauf und auch zwischen den Jahren. Mit der Geburt der Welpen im April/Mai wird die Familie größer, durch das Abwandern der Jährlinge und durch Todesfälle wird sie wieder kleiner. So kann dieselbe Wolfsfamilie z.B. mal 10-15 und zu einem anderen Zeitpunkt nur 3-4 Tiere umfassen.

Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026.

Was ist ein Territorium und wie groß ist es?

Als Territorium wird das Streifgebiet von erwachsenen Wölfen bezeichnet, das sie markieren und gegen fremde Wölfe verteidigen (es sei denn, sie kommen als Partner in Frage, mit dem sie eine Familie gründen wollen). Die Markierung erfolgt durch Duftmarken (Kot, Urin), Sichtmarken (Kot) und Heulen. Sowohl fremden, durchwandernden Wölfen als auch benachbarten Wolfsfamilien wird so signalisiert, dass das Revier besetzt ist.

Die Größe des Territoriums wird maßgeblich durch die Beutetierdichte (Menge der Beutetiere auf der Fläche) bestimmt. Es muss immer so groß sein, dass die Anzahl verfügbarer Beutetiere ausreicht, um das Rudel langfristig zu ernähren. Ist dies nicht der Fall, gelingt die Aufzucht der Welpen schlecht oder gar nicht. Je höher die Beutetierdichte ist, desto kleiner kann daher das Revier sein. In Mitteleuropa sind Reviergrößen von 100-350 km² Größe bekannt. In Gebieten mit sehr geringer Beutetierdichte wie z.B. in Nordsibirien und Nordkanada, aber z.T. auch in Skandinavien sind dagegen Territorien von über 1000 km² nachgewiesen.

Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026.

Wie entstehen neue Rudel?

In Wolfspopulationen werden ständig neue Rudel gegründet, indem junge Wölfe aus dem elterlichen Territorium abwandern und mit einem Partner eine eigene Familie gründen. Viele Wölfe wandern nur 50-100 km ab und nutzen quasi den nächsten freien Platz, um sich niederzulassen. Andere führen beeindruckende Weitwanderungen durch, wie z. B. von Sachsen nach Weißrussland oder Norddänemark, sowie aus Sachsen-Anhalt nach Österreich. Diese Wanderungen konnten durch genetische Untersuchungen und GPS-GSM-gestützte Telemetrie nachvollzogen werden. Einige Jungwölfe (besonders häufig konnte dies in Deutschland bisher für Töchter belegt werden) übernehmen aber auch ganz oder teilweise das Territorium der Eltern, wenn diese älter werden oder einer von beiden stirbt.

Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026.

Welche Krankheiten können Wölfe bekommen?

Wölfe können die gleichen Krankheiten und Parasiten bekommen wie Hunde. Auch hier gibt es für den Menschen gefährliche und ungefährliche Krankheiten.

Für den Menschen gefährliche Krankheiten sind die Tollwut und der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis).

Tollwut: Deutschland gilt seit 2008 als tollwutfrei. Deswegen geht von dieser Krankheit im Moment keine Gefahr mehr aus. Wildtiere, wie der Wolf, der Fuchs aber auch Waschbär und Marderhund werden dennoch weiterhin überwacht, um eine Wiedereinschleppung der Tollwut frühzeitig zu erkennen und dem entgegen zu wirken.

Fuchsbandwurm: Der Fuchsbandwurm ist ein Endoparasit, bei dem der Fuchs als Endwirt auftreten kann. Durch infizierten Kot ist eine Übertragung des Fuchsbandwurms auf den Menschen möglich.  Der Mensch fungiert hier als Fehlzwischenwirt und kann daraufhin an der alveolen Echinoccoccose erkranken. Diese Krankheit ist mitunter lebensgefährlich. Die Anzahl der Infektionen bei Menschen ist jedoch sehr gering, Verbreitungsschwerpunkte des Fuchsbandwurms in Deutschland sind die Schwäbische Alb, die Alb-Donau-Region und das Allgäu. In diesen Gebieten beträgt die Infektionsrate der Füchse 50 bis 100%. Nördlich dieser Regionen sind weniger als 5% der Füchse mit E. multilocularis infiziert.

Für den Menschen ungefährlich sind Räude, Staupe, Parvovirose und die Aujeszkysche Krankheit (Pseudowut).

Räude: Die Räude ist eine von Räudemilben ausgelöste Ektoparasitose. Die Ansteckung erfolgt in der Regel über direkten Körperkontakt. In Folge von entzündlichen Reaktionen und durch den starken Juckreiz, begleitet von sekundären bakteriellen Infektionen der Haut, kommt es zu Haarausfall und Verschorfung der Haut. Befallene Tiere haben einen schlechten Fellzustand, durch das ständige Kratzen entstehen kahle Stellen an verschiedenen Körperteilen, z.B. am Rücken und am Schwanz. Im fortgeschrittenen Stadium können betroffene Tiere eine verzögerte Fluchtreaktion zeigen, sie verhalten sich jedoch gegenüber Menschen nicht aggressiv. Räude ist stark ansteckend für andere Karnivoren. Räudeausbrüche können in Wolfspopulationen zu einer deutlich erhöhten Mortalitätsrate, insbesondere unter den Welpen führen. Tiere mit starkem Immunsystem können die Krankheit aber völlig ausheilen, selbst wenn sie massiv befallen sind. Die Räude tritt sehr häufig  bei Füchsen und Marderhunden auf und wird von diesen auch übertragen. Eine Ansteckung von Haustieren ist zwar möglich, lässt sich jedoch gut behandeln. In seltenen Fällen kann sich der Mensch mit diesen Räudemilben infizieren und bildet eine so genannte Trugräude aus, die im Allgemeinen auch ohne Therapie abheilt.

Staupe: Das Canine Staupevirus ist vor allem an Hunden bekannt und bei Wölfen eher selten. Eine Ansteckung erfolgt vor allem über direkten Körperkontakt, Sekrete und Exkremente. Kennzeichnend für die Erkrankung sind hohes Fieber und Abgeschlagenheit. Je nach befallenem Organsystem können Durchfall und Erbrechen oder Atemwegssymptome auftreten. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Schädigung des Gehirns mit zentralnervösen Ausfallerscheinungen kommen. Da die meisten Hunde in Deutschland gegen die Staupe geimpft sind, ist eine Übertragung von Hunden auf Wölfe unwahrscheinlich. Jedoch sind Staupe-Epidemien, wie sie immer wieder bei Füchsen auftreten, für befallene Tiere, besonders Jungtiere, gefährlich. Sie können nach Beobachtungen im Yellowstone Nationalpark eine Welpensterblichkeit von bis zu 68% auslösen. Menschen sind für Staupe nicht empfänglich.

Parvovirose: Das Canine Parvovirus (CPV) wird über Exkremente infizierter Tiere verbreitet und kann von diesen aus auch durch Insekten übertragen werden. Im Krankheitsverlauf löst es, abhängig von Alter und Kondition des infizierten Tieres, starken Brechdurchfall bis hin zur tödlichen Dehydrierung aus. Eine durch Hunde eingeschleppte CPV-Infektion führte Anfang der 1990er Jahre zum Zusammenbruch der Wolfspopulation auf der Isle Royale (U.S.A.). Jedoch sind die meisten Hunde in Deutschland gegen Parvovirose geimpft. Wie auch bei der Staupe ist eine Übertragung der Parvovirose von Hunden auf Wölfe somit unwahrscheinlich. Das Virus ist nicht auf Menschen übertragbar.

Pseudowut: Die Pseudowut oder auch Aujeszkysche Krankheit (AK) ist eine Virusinfektion, der Erreger gehört zur Herpesfamilie. Bei nahezu allen Säugetieren verläuft die Infektion tödlich. Menschen, andere Primaten und Pferde sind für die Pseudowut nicht empfänglich. Die Ansteckung erfolgt über den direkten oder indirekten Kontakt zu (Wild-)Schweinen, welche nach der Infektion ihr ganzes Leben lang infiziert bleiben. Von anderen infizierten Karnivoren, wie Wölfen, geht keine Ansteckung aus, da diese Tiere den Erreger nicht ausscheiden, somit ist eine Ansteckung von Wolf zu Wolf oder von Wolf zu Hund nicht möglich.

Nach einer Infektion kommt es schnell zu einer Gehirn- und Rückenmarksentzündung mit zentralnervösen Ausfallerscheinungen (bei Rindern und Hunden wurde zusätzlich starker Juckreiz beschrieben) und danach zum Tod des Tieres. Die Krankheit zählt zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen. Deutschland ist seit 2003 anerkannt AK-frei bei Hausschweinen, jedoch tritt die AK wieder vermehrt beim Wildschwein auf. Dies wird auch in anderen europäischen Ländern beobachtet. Der Tod tritt bei Hunden und Wölfen nach Auftreten der Symptome sehr schnell ein (1 – 2 Tage).

Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026.

Welche Rolle spielen Raubtiere wie der Wolf bei der Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest?

Es gibt keine Hinweise darauf, dass Raubtiere und Aasfresser bei der Verbreitung der ASP eine besondere Rolle spielen. Eine mechanische Vektorfunktion (Verschleppung virushaltiger Kadaverteile, Kontamination des Fells/Gefieders) für Raubtiere und Aasfresser (Säuger, Vögel etc.) kann zwar nicht ausgeschlossen werden, eine Vermehrung des Virus findet in bzw. auf diesen Tieren aber nicht statt. Der Wolf ist hier keine Ausnahme. Auch wenn er weiter wandert als andere Raubtiere, wird davon ausgegangen, dass er keine Nahrungsvorräte mitnimmt und das kontaminierte Fell putzt. Eine Darmpassage überlebt das Virus nicht.

Das Friedrich-Löffler-Istitut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit hat das Informationspapier zu weiteren wichtigen Fragen rund um die Schweinepest verfasst:

https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00009612/FLI-Information_FAQ_ASP20170115.pdf

Ein Team von polnischen Forschern hat gezielt Kotproben von Wölfen in ASP-Zonen auf das Virus untersucht (Artikel). In keiner der 62 Kotproben gelang ein ASP-Nachweis, während acht der neun Wildschweine, an denen nachweislich Wölfe gefressen hatten, ASP-positiv waren. Die Ergebnisse bestätigen, dass das ASP-Virus eine Passage des Wolfsdarms nicht überlebt. Wölfe leisten daher keinen Beitrag zur Fernausbreitung von ASP durch ihren Kot.

Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026.

Wolf und Hund

Stammt der Haushund wirklich vom Wolf ab?

Ja, der Haushund stammt vom Grauwolf (Canis lupus) ab - er stellt die Haustierform des Wolfes dar. Dies wird eindeutig durch genetische Untersuchungen belegt. Lange Zeit glaubte man, dass auch Goldschakal, Fuchs, Hyäne, Kojote und Eisfuchs als Urvater des heutigen Haushundes in Frage kommen, diese Hypothesen stellten sich jedoch als falsch heraus.

Wann genau die Domestikation stattfand, ist nicht endgültig geklärt. Studien kommen zu dem Schluss, dass es vor 10.000-15.000 Jahren bzw. vor 18.000-23.000 Jahren dazu kam. Der Wolf war das erste Wildtier, das - noch vor Kühen, Schafen oder Pferden - vom Menschen domestiziert wurde. Ausgangspunkt hierfür ist sehr wahrscheinlich eine Region südlich des Jangtse in China gewesen. Als Grund für die Domestizierung werden der ähnliche Beuteanspruch - große Pflanzenfresser - von Mensch und Wolf vermutet. Möglicherweise jagten beide kooperativ und teilten sich die Beute. Auf diese Weise kamen sich Wolf und Mensch immer näher und teilten schließlich auch den Platz am Feuer und im Haus.

Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026.

Können Wolf und Hund sich paaren?

Ja, Wolf und Haushund können sich paaren und auch zeugungsfähige Nachkommen hervorbringen.

Hunde wurden allerdings im Verlauf der Domestikation nach den Bedürfnissen der Menschen geformt, so dass sie sich in vielen Merkmalen von ihren wilden Vorfahren unterscheiden. Sie werden früher im Leben geschlechtsreif, bleiben jedoch in ihrem Verhalten lange "jugendlich", das heißt sie lassen sich von Menschen erziehen und ordnen sich unter. Wir haben ihnen die den Wölfen eigene Vorsicht ab - und viele körperliche Merkmale angezüchtet, die sie von ihrer Stammform unterscheiden. Viele dieser Merkmale reduzieren die Überlebensfähigkeit von Hunden in der freien Natur. Das Eindringen von Hundegenen in den Genpool einer Wolfspopulation kann daher nachteilige Auswirkungen auf diese haben. Je kleiner die betroffene Population ist, desto stärker kann dieser nachteilige Effekt auch bei seltenen Einkreuzungen zum Tragen kommen. Nähere Informationen zum Umgang mit Hybriden finden Sie auch unter dem Menüpunkt "Wolfsmanagement".

Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026.

Wie häufig kommen Verpaarungen zwischen Wolf und Hund in Deutschland vor?

In Deutschland gab es im Jahr 2003 in Sachsen ( bei Neustadt/Spree) und im Jahr 2017 in Thüringen (bei Ohrdruf) jeweils eine belegte Verpaarung einer Wölfin mit einem Haushundrüden. 2019 verpaarte sich die Wölfin in Ohrdruf (Thüringen) noch einmal mit einem Sohn aus dem Wurf 2017, so dass sie erneut Hybridwelpen zur Welt brachte (1. Rückkreuzungs-generation). Darüber hinaus wurde 2016 in Tschechien, nahe der deutschen Grenze (Schluckenauer Zipfel) ein weiterer Fall von Hybridisierung von Wölfin und Haushundrüden belegt. In allen vier Fällen wurde die Entnahme der Tiere aus der Natur angeordnet.

Die Wölfe in Deutschland werden routinemäßig einem genetischen Monitoring unterzogen. Jährlich werden im nationalen Referenzzentrum für genetische Untersuchungen an Wolf und Luchs,  am Fachgebiet Naturschutzgenetik des Senckenberg Forschungsinstituts Frankfurt, Außenstelle Gelnhausen, weit über 3000 Proben mit Wolfsverdacht in einem schrittweisen Verfahren untersucht. Für jede Probe wird zunächst ermittelt, ob sie genügend DNA für die Untersuchung enthält. Wenn ja, wird ein Abschnitt der mitochondrialen Kontrollregion untersucht, welche eine Identifizierung der mütterlichen Erblinie erlaubt. Dieses Verfahren ermöglicht auch bei Proben mit sehr geringem DNA-Gehalt eine Bestimmung der Art und gibt Hinweise auf die Populationszuordnung (Haplotypbestimmung), jedoch nicht auf den Hybridisierungsgrad. Im nächsten Schritt wird mittels Mikrosatellitenanalyse, basierend auf der Kern-DNA, versucht, den individuellen genetischen Fingerabdruck des Tieres zu ermitteln. Das DNA-Profil ermöglicht sowohl eine verwandtschaftliche Einordnung des Individuums (Ermittlung des Herkunftsrudels, sofern dieses genetisch erfasst wurde, Zuordnung von Nachkommen) als auch eine Überprüfung hinsichtlich einer möglichen Hybridisierung. Letztere wird zusätzlich noch über das auf die Erkennung von Hybridisierung spezialisierte SNP-Verfahren überprüft, mit dem sich Hybridisierungen aufdecken lassen, die bis zu drei Generationen (= zweite Rückkreuzungsgeneration) zurückliegen.

Vor diesem Hintergrund ist die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Fälle von Hybridisierung in Deutschland stattgefunden haben und nicht erkannt wurden, äußerst gering.

Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026.

Gefährlichkeit des Wolfes

Sind Wölfe für Menschen gefährlich?

Von einem wildlebenden Wolf geht in der Regel keine Gefahr für Menschen aus. Wölfe sind von Natur aus vorsichtige Tiere, die normalerweise Begegnungen mit Menschen meiden. Sie interessieren sich schlicht nicht für uns Menschen - weder nehmen sie uns als Beutetiere, noch als Artgenossen wahr. Möglich ist, dass sie bei einer Begegnung erst sichern, um die Situation besser einschätzen zu können, bevor sie sich zurückziehen und dass sie auch nicht panisch flüchten, sondern eher gelassen den Rückzug antreten. Welpen können sich dabei neugieriger und unbedarfter verhalten als ältere Wölfe.

Berichte über Angriffe aus früheren Jahrhunderten lassen sich zum größten Teil auf tollwütige Wölfe zurückführen. Deutschland ist in Folge der Ausbringung von Impfködern seit 2008 tollwutfrei. Prädatorische Angriffe - also Fälle, in denen Wölfe Menschen angreifen, um sie zu fressen - wurden auch in historischen Aufzeichnungen als extreme Ausnahmen betrachtet. Prädatorische Wolfsangriffe sind mit sehr speziellen Umweltbedingungen assoziiert. Dies ist in Gebieten mit stark fragmentiertem Habitat, mit extrem niedrigen Beutetierbeständen, mit Wölfen, die sich von Nutztieren und Abfall ernähren, möglich. In diesen Umständen befinden sich Kinder in einer sehr angreifbaren Situation, wenn sie etwa Vieh im Wald hüten. Im heutigen Europa ist das Risiko, dass Wölfe ein solches Verhalten erlernen, sehr gering.

Die instinktive Vorsicht, die Wölfe Menschen gegenüber zeigen, kann sich allerdings deutlich verringern, wenn die Tiere gezielt angelockt oder angefüttert werden. Dann kann es zu problematischem Verhalten kommen.

Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026.

Wolfsbegegnungen

Wie soll ich mich verhalten, wenn ich einem Wolf begegne?

Eine zufällige, direkte Begegnung von Mensch und Wolf, etwa beim Spaziergang oder Pilze sammeln im Wald, ist sehr selten, da Wölfe den Menschen meist zuerst bemerken und sich dann nicht zeigen. Dennoch ist eine Begegnung, z.B. bei ungünstigen Windverhältnissen, nicht auszuschließen. Deutlich wahrscheinlicher ist aber eine zufällige Beobachtung vom Auto aus, wenn ein Wolf die Straße überquert.

Grundsätzlich gilt: Wenn Sie einen Wolf sehen, verhalten Sie sich bitte ruhig. Bleiben Sie stehen und halten Sie Abstand. Sprechen Sie das Tier ruhig an, falls es noch nicht auf Sie aufmerksam geworden ist. Bevor es (vermutlich rasch) verschwindet, versuchen Sie sich sein Aussehen gut einzuprägen und melden Sie die Sichtung an die dafür zuständige Stelle in ihrem Bundesland. Es ist auch sinnvoll ein Foto zu machen - allerdings nur, wenn sie sich dabei dem Tier nicht weiter annähern, um ein besseres Bild zu bekommen oder es gar verfolgen.

Wenn Ihnen die Situation nicht geheuer ist, laufen Sie nicht davon, sondern gehen Sie langsam rückwärts und sprechen Sie dabei laut. Falls der Wolf nicht wegläuft oder sich Ihnen wider Erwarten annähert, halten Sie an, schreien Sie ihn an und klatschen in die Hände. Versuchen Sie ihn einzuschüchtern, indem Sie sich groß machen und eventuell etwas nach ihm werfen.

Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026.

Was ist, wenn ich bei einem Hundespaziergang einen Wolf treffe?

In Wolfsgebieten sollten Sie Ihren Hund grundsätzlich immer anleinen. Wenn auch selten, kann es vorkommen, dass sich Wölfe für den Hund interessieren, weil sie in ihm einen Artgenossen sehen. Je nach Situation können Wölfe auf Hunde unterschiedlich reagieren: neutral (dies ist meist der Fall), positiv (der Hund wird als Paarungspartner oder Spielgefährte gesehen) oder negativ (Hund wird als Konkurrent wahrgenommen).

Auch in den ersten beiden Fällen ist es wichtig, dass Sie Ihren Hund nahe bei sich haben, um zu verhindern, dass Wolf und Hund direkt interagieren. Sollte der Wolf dagegen negativ auf den Hund reagieren, sind Sie der größte Schutz für Ihren Hund. Es besteht keine Gefahr für ihn, solange Sie ihn nahe bei sich führen. Kommt der Wolf trotzdem näher, sollten Sie ihm durch lautes Rufen und In-die-Hände-Klatschen Ihre Präsenz deutlich machen. Wenn er sich Ihrer bewusst wird, ergreift der Wolf in der Regel die Flucht.

Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026.

Dürfen/sollen Wölfe gefüttert werden?

Wölfe sind von Natur aus vorsichtige Tiere. In der Regel versuchen sie, potentiellen Gefahren auszuweichen und gehen auch dem Menschen aus dem Weg. Wird ein Wolf allerdings gefüttert, besteht die Gefahr, dass er Menschen zunehmend mit dem Erhalt von Futter verbindet. Dies kann dazu führen, dass das Tier aufdringlich wird und beim Ausbleiben von Futter dreistes Verhalten entwickelt. Gerade Welpen, die wie alle Jungtiere neugieriger und unbedarfter sind als erwachsene Tiere, können durch Anlocken oder Anfüttern lernen, Menschen interessant zu finden und sich ihnen in der Hoffnung auf Futtergaben zu nähern.

Ein Wolf, der aktiv die direkte Nähe zu Menschen sucht und ggf. um Futter bettelt, kann eine Gefahrenquelle sein. Es ist deshalb unter allen Umständen zu unterlassen, Wölfe anzulocken und zu füttern.

Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026.

Verbreitung

Woher kommen die Wölfe in Deutschland?

Die Quellpopulation für die Wölfe in Deutschland und Westpolen ist der westlichste Ausläufer der baltischen Population, die sich bis nach Nordostpolen erstreckt. In Mittel- und Westpolen wurde der Wolf ebenso ausgerottet wie in Deutschland. Erst in den letzten 50 Jahren wanderten immer wieder einzelne Tiere bis nach Westpolen, einige sogar bis nach Deutschland. In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts kamen mehr als 40 Wölfe aus Polen nach Deutschland. Mehr als 30 von ihnen wurden geschossen, über zehn wurden Verkehrsopfer auf Schiene oder Straße.

Obwohl der Wolf bereits 1990 im vereinigten Deutschland unter Schutz gestellt worden war, gab es auch in den 1990er Jahren noch mehrere Abschüsse. Erst 1998 gab es erste Hinweise darauf, dass auf einem Truppenübungsplatz im Nordosten Sachsens ein Wolfspaar ein Territorium etabliert haben könnte. Zwei Jahre später kam es zur ersten nachgewiesenen Welpenaufzucht.

Es dauerte weitere fünf Jahre, bis sich ein zweites Rudel etablieren konnte. Grund für diesen langsamen Start war die Tatsache, dass es auch in Westpolen kaum Wölfe gab und die Nachkommen des ersten deutschen Rudels daher keine Paarungspartner fanden. Dies änderte sich mit der Etablierung des zweiten Rudels. Nun konnten sich aus den Nachkommen dieser beiden Rudel weitere Wolfspaare finden und neue Rudel gründen.

Deutschland und West-/Mittelpolen gehören der mitteleuropäischen Flachlandpopulation an (früher deutsch-westpolnische Population). Das Verbreitungsgebiet dieser Wolfspopulation erstreckt sich von der Weichsel in der Mitte Polens bis nach Niedersachsen, dem westlichsten Gebiet mit territorialen Wölfen in Deutschland.

Die Gründertiere trugen den in Nordost-Europa häufig vorkommenden, maternal vererbten mitochondrialen Haplotyp mit der Bezeichnung HW01. Nach wie vor ist HW01 der vorherrschende Wolf-Haplotyp in Deutschland. Deutlich seltener ist dagegen der HW02-Haplotyp, den bis vor einigen Jahren nur einige Rüden trugen, die aus Polen eingewandert waren. Erst im Monitoringjahr 2012/13 konnte im Gartower Rudel in Niedersachsen die erste Fähe dieses Haplotyps bestätigt werden. Später etablierten Töchter der Gartower Fähe das Schneverdinger und das Barnstorfer Rudel (beide Niedersachsen); sie vererben den Haplotyp dort weiter.

In den letzten Jahren wurden auch immer wieder einzelne aus der Alpenpopulation stammende Tiere in Deutschland genetisch bestätigt. Diese Tiere sind anhand des Haplotyps HW22, der für die italienische und die Alpenpopulation kennzeichnend ist, eindeutig von den Wölfen der mitteleuropäischen Flachlandpopulation zu unterscheiden. Sie konnten sich allerdings lange nicht fortpflanzen. Dies änderte sich erst im Sommer 2017, als im Bayerischen Wald ein Wolfspaar, das aus zwei verschiedenen Populationen stammt, zum ersten Mal Welpen aufzog. Der Rüde stammt aus der Alpenpopulation und die Fähe aus der mitteleuropäischen Flachlandpopulation.

Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026.

Werden sich die Wölfe weiter ausbreiten und wenn ja, welche Auswirkungen bringt das mit sich?

Auf Grund der großen Ausbreitungs- und Anpassungsfähigkeit des Wolfes, ist damit zu rechnen, dass Wölfe auf Wanderschaft praktisch überall in Deutschland auftauchen können und dass sie sich in vielen Gebieten, die geeignete Lebensräume aufweisen, auch niederlassen werden. Mit der Etablierung von Wölfen ist je nach örtlichen Gegebenheiten von möglichen Konflikten mit Landnutzern, insbesondere Nutztierhaltern und Jägern, auszugehen. In der Bevölkerung ruft die Zuwanderung von Wölfen oft Ängste und Befürchtungen hervor. Zur Minimierung der Konflikte bzw. zur Förderung eines konfliktarmen Zusammenlebens zwischen Mensch und Wolf sind Wolfsmanagementmaßnahmen wie z.B. Prävention und Kompensation von Nutztierschäden, Monitoring und Öffentlichkeitsarbeit notwendig.

Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026.

Können Wölfe in Deutschland noch geeignete Lebensräume vorfinden?

Ja, denn der Wolf ist eine ausgesprochen anpassungsfähige Tierart. Wölfe benötigen ausreichend große Wildbestände (in Mitteleuropa vor allem Rehe, Rothirsche und Wildschweine) und ungestörte Rückzugsräume (als Tageseinstände, aber vor allem zur Jungenaufzucht). Viele Gebiete in Deutschland erfüllen diese Kriterien und erscheinen somit als Lebensraum für den Wolf geeignet. Die räumliche Ausbreitung und der Anstieg der Population in Deutschland in den letzten Jahren bestätigt diese Einschätzung.

Nach wie vor erfolgt die Ausbreitung allerdings überwiegend von der Lausitz im Osten Deutschlands ausgehend in nordwestliche Richtung. Hier schließen sich nach und nach die bisherigen Lücken im Vorkommensgebiet. Eine Ausbreitung nach Westen und Süden erfolgt bisher dagegen in deutlich geringerem Ausmaß, ohne dass die Ursachen dafür bekannt sind.

In welchen der dichter von Menschen besiedelten Gebiete Wölfe sich dauerhaft etablieren werden, bleibt abzuwarten. Gleichzeitig stellen besonders Verkehrsunfälle, aber auch illegale Abschüsse, sowie Krankheiten und z.B. innerartliche Auseinandersetzungen Gefahren für Wölfe dar. Vor allem Verkehrsunfälle, die meist junge, wandernde Wölfe treffen, können die natürliche Ausbreitung der Wölfe in Deutschland ggf. verzögern.

Ausschlaggebend für eine dauerhafte, konfliktarme Etablierung von Wölfen in unserer Kulturlandschaft sind weniger die ökologischen Bedingungen, sondern vielmehr die Einstellung der Bevölkerung.

Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026.

Wolf und Wild / Wolf und Nutztiere

Ist das Wild im Wolfsgebiet von der Ausrottung bedroht?

Eine Ausrottung der heimischen Beutetiere durch Wölfe ist nicht zu erwarten, denn das Territorium eines Wolfsrudels ist normalerweise so groß, dass es auch auf lange Sicht genügend Beutetiere für den Fortbestand des Rudels umfasst. Die Zahl überlebender Welpen pro Jahr ist von der Beutetierdichte und -verfügbarkeit abhängig. Werden die Beutetiere seltener, erreichen auch weniger Wolfswelpen das Erwachsenenalter und die älteren Nachkommen müssen früher aus dem Gebiet abwandern, werden also von den Eltern nicht mehr im gleichen Maß geduldet. Außerdem verstärkt sich die Konkurrenz zwischen benachbarten Rudeln und es kommt zu mehr Auseinandersetzungen. Die Lebensweise des Wolfes (Leben in Rudeln mit ausgesprochener Territorialität, Abwanderung der Jungwölfe) verhindert daher ein beliebiges Anwachsen der Wolfsdichte in einem bestimmten Gebiet.

Davon abweichend kann es aber in vom Menschen geschaffenen Sondersituationen zu einem verstärkten Rückgang bis hin zu einer Ausrottung von Beutetieren durch Wölfe kommen. In Fällen, wo Huftiere von Menschen aktiv in Gebieten angesiedelt wurden, die ihren Habitatansprüchen in Bezug auf die Abwehr von Feinden nicht genügen, können sie einem Beutegreifer relativ wehrlos ausgeliefert sein. Dies trifft z.B. auf das Mufflon, eine in den 70er Jahren eingebürgerte Wildschafart, zu. Das Mufflon benötigt steile Felsbereiche, um sich dort vor Beutegreifern in Sicherheit zu bringen. Im flachen, sandigen Gelände können Mufflons ihr spezifisches Fluchtverhalten nicht anwenden und sind für den Wolf eine leichte Beute. Deshalb sind sie heute aus vielen Gebieten, die von Wölfen besiedelt wurden, weitgehend verschwunden.

Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026.

Müssen Wölfe durch den Menschen bejagt werden?

Aus ökologischer / biologischer Sicht besteht keine Notwendigkeit zur Bejagung von Wölfen. Wölfe zählen zu den sogenannten Spitzenprädatoren - das heißt, ihre Zahl wird nicht durch natürliche Feinde, sondern weitgehend durch die Häufigkeit und Verfügbarkeit ihrer Beutetiere reguliert. Durch die Lebensweise des Wolfes (Leben in Familien mit ausgesprochener Territorialität) ist der Anzahl der Wölfe in einem Gebiet stets eine natürliche Grenze gesetzt. In Gebieten mit hoher Beutetierdichte und/oder mit vielen für Wölfe leicht erreichbaren Nutztieren, können mehr Wölfe leben, als in Gebieten mit weniger verfügbarer Nahrung.

Rechtlich ist eine Bejagung von Wolfsvorkommen in der EU nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich, dazu gehört immer, dass sich die Population in einem günstigen Erhaltungszustand befindet und auch in diesem Zustand gehalten wird. Das heißt, es muss gewährleistet sein, dass die Population langfristig eine sehr geringe Aussterbewahrscheinlichkeit hat. Derzeit ist dies in Deutschland nicht gegeben.

Grundsätzlich ist es nach den bestehenden Gesetzen aber möglich, in Einzelfallentscheidungen Wölfe der Natur zu entnehmen, wenn keine anderen Methoden wirksam sind. Dies trifft z.B. auf Wölfe zu, die auffälliges, potentiell sicherheitsrelevantes Verhalten gegenüber Menschen zeigen. Auch Wölfe, die wiederholt Schäden an Nutztierbeständen machen, obwohl diese mit fachlich empfohlenen Maßnahmen geschützt sind, können getötet werden.

Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026.

Gibt es Schadensersatzansprüche des Jagdpächters auf von Wölfen getötetes Wild?

Nein, denn nach dem Bundesjagdgesetz (§1 BJagdG) ist Wild herrenlos. Erst mit der Erlegung erwirbt der Jagdausübungsberechtigte das Eigentum an einem Stück Wild. Rechtlich gesehen ist Jagd kein Erwerbszweig. Da es sich bei der natürlichen Rückkehr des Wolfes nicht um eine hoheitliche Maßnahme (z.B. Wiederansiedlung) handelt, besteht auch kein Eingriff in einen Vermögenswert. Eine Entschädigung für ausbleibende Einnahmen (jagdliche Erlöse) gibt es daher nicht.

Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026.

Gibt es Schadensersatzansprüche des Tierhalters bei Nutztierschäden durch den Wolf?

In fast allen Bundesländern ist mittlerweile ein Wolfsmanagement etabliert, das vorsieht, die Halter von Nutztierbeständen durch finanziellen Ausgleich von Schäden und Förderung von Präventionsmaßnahmen zu unterstützen. Dabei stehen vor allem die Schaf- und Ziegenhalter im Fokus, da diese Nutztierarten besonders durch Übergriffe von Wölfen betroffen sind. In vielen Bundesländern wurden daher auch Mindeststandards für den Schutz dieser Tiere vorgeschrieben. Deren Einhaltung ist Voraussetzung für mögliche Ausgleichszahlungen. Einen Rechtsanspruch auf Ausgleichszahlungen - nach staatlicher Prüfung des Vorfalls - gibt es allerdings nur in Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026.

Töten Wölfe bei Übergriffen auf Nutztierherden mehr Tiere als sie fressen können?

Ja, das kann bei i.d.R. kleineren Nutztieren wie Schafen oder Ziegen vorkommen. Da das Fangen und Töten von Beutetieren für Wölfe aufwendig ist, nutzen sie die Gelegenheit, wenn sie bei der Jagd mehr als ein Beutetier ergreifen können, um sich einen Vorrat anzulegen. In der Natur kommt es kaum dazu, da die Beutetiere fliehen, wenn ein Angriff auf z.B. ein Rudel Rothirsche erfolgt und so - wenn überhaupt - fast immer nur ein Tier getötet werden kann. Eine Herde von Hausschafen ist für den Wolf dagegen eine Gruppe ungewöhnlich wehrloser Beutetiere, denn anders als Wildtiere haben Hausschafe keine funktionierende Flucht- oder Verteidigungsstrategie. Die geringe Wehrhaftigkeit und Fluchtfähigkeit der Schafe lösen beim Wolf wiederholt ein Jagd- und Tötungsverhalten aus.

Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026.

Schutzstatus des Wolfes

Welchen gesetzlichen Schutzstatus hat der Wolf in Deutschland?

Auf europäischer Ebene gehört der Wolf seit März 2025 nach der Berner Konvention (Anhang III) und seit Juni 2025 auch nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Anhang II und V) zu den „geschützten“ Tierarten. Zuvor war er seit 1979 in der Berner Konvention (82/72/EWG) - einer Naturschutzvereinbarung aller europäischen Länder im Anhang II gelistet worden, der strengen Schutz bietet.

Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union (FFH-Richtlinie, 92/43/EWG), die verschiedene Wolfspopulationen bisher regional differenziert in den Anhängen IV („streng geschützt“, hierzu gehörten auch die Wölfe in Deutschland) und V („geschützt“) gelistet hatte, führt nun alle Wolfspopulationen der EU in Anhang V.

Damit gilt der Wolf als geschützte Art, deren Entnahme aus der Natur und Nutzung Gegenstand von Verwaltungsmaßnahmen sein kann (Art. 14 FFH-RL). Entsprechend ist sein Erhaltungszustand zu überwachen, das heißt ein aussagefähiges Monitoring muss etabliert sein. Die wesentlichen Ergebnisse dieses Monitorings sind alle sechs Jahre an die Europäische Kommission zu berichten (Art. 17 FFH-RL).

Gleichzeitig verbleibt der Wolf im Anhang II der FFH-Richtlinie, welcher die Einrichtung besonderer Schutzgebiete für die gelisteten Arten vorsieht. Darüber hinaus ist die Tierart weiterhin eine „prioritäre Art“, für deren Erhalt die EU besondere Verantwortung hat. Das absichtliche Stören, Fangen oder Töten sowie weitere Beeinträchtigungen von Wölfen außerhalb behördlicher Verwaltungsmaßnahmen sind verboten.

Die Regeln der EU-Artenschutzverordnung (Verordnung (EG) Nummer 338/97 der Kommission des Rates über den Schutz von Exemplaren wild lebender Tier- und Pflanzenarten durch Überwachung des Handels) gelten auch weiterhin für den Wolf. Der Wolf ist im Anhang A der Verordnung aufgeführt, damit sind Zurschaustellung und Handel mit toten Wölfen auch künftig verboten.

In der DDR war der Wolf eine jagdbare Art, die ab 1984 ganzjährig zum Abschuss freigegeben wurde. Seit der Wiedervereinigung 1990 genoss der Wolf nach dem Bundesnaturschutzgesetz höchstmöglichen Schutz, im Bundesjagdgesetz war er nicht gelistet. Bis Ende der 1990er Jahre führten einige Bundesländer den Wolf noch als jagdbare Art mit ganzjähriger Schonzeit. Anschließend unterlag er für mehr als 10 Jahre im ganzen Bundesgebiet nur dem Naturschutzrecht. Seit September 2012 wurde der Wolf im Freistaat Sachsen wieder zusätzlich im Jagdrecht geführt, aber ohne Jagdzeit. Niedersachsen hat den Wolf 2022 auch ins Jagdrecht aufgenommen, und weitere Länder folgten. Seit 2. April 2026 unterliegt die Art nun dem Bundesjagdgesetz, fällt aber weiterhin im Bundesnaturschutzgesetz unter die besonders geschützten Arten. Zuständig für den Wolf sind die Fach- und Vollzugsbehörden der Länder.

Zuletzt aktualisiert am 17.09.2026.